Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen
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Samstag, 31. Juli 2010
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Von der Gründung bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts

Drei Wochen nach einer Verhandlung des Gemeinderats am 22. November 1866 wurde die Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen gegründet. Spritzenmeister war damals Daniel Schroth. Aus der Feuerwehrlöschordnung von 1890 geht hervor das Wolfschlugen zu dieser Zeit 40 Pump und Schöpfbrunnen sowie einen laufenden Brunnen hatte. Die Lokalfeuerwehrlöschordnung wurde im Laufe der Zeit mehrmals geändert. Durch Kriegswirren, politische und gesellschaftliche Änderungen wurde die Struktur der Feuerwehr immer wieder geändert. Von Pflichtfeuerwehr in Freiwillige Feuerwehr und umgekehrt.

 

1900 - 1945

Im Jahre 1927 wurde eine einheitliche amtliche Feuerwehrsatzung für die Gemeinde eingeführt. Wolfschlugen besaß zu dieser Zeit eine Hochdruckwasserleitung mit 70 Hydranten bei einem Druck von 4 bis 5 bar. Aus den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen sind außer einiger Mannschaftslisten und der Neugründung 1936 nur wenige Aufzeichnungen vorhanden. Zu dieser Zeit gestaltete sich die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen recht schwierig, da Zuschüsse nur in geringem Maße gewährt wurden. Im Jahr 1942 beantragte die Verwaltung der Gemeinde einen Zuschuss für den Kauf einer Kleinmotorspritze. Dieser Antrag wurde mit der Begründung Abgelehnt, dass in Wolfschlugen kein Feuerlöschteich vorhanden war. Die Gemeinde baute darauf hin in der Grötzingerstrasse einen Feuerlöschteich, was dazu führte das am 15. Februar 1944 der Zuschuss bewilligt wurde. Aufgrund der Kriegsereignisse konnte aber dennoch keine Kleinmotorspritze angeschafft werden. Beim Einmarsch der Franzosen am 20. April 1945 gerieten durch Artillerie und MG Beschuss ein Wohnhaus und drei Scheunen in Brand. Die sich im Einsatz befindliche Spritze wurde von den einrollenden Panzern so schwer beschädigt, das sie unbrauchbar war.

1945 - heute

Am 22. Juni 1945 wurde nach einer Besprechung mit dem französischen Besatzungskommandanten und dem Kommissarischen Bürgermeister Schober eine Vereinbarung getroffen, nach der in Wolfschlugen wieder eine Feuerwehr zugelassen wurde. Von der Verwaltung wurden alle gesunden Männer der Jahrgänge 1910 bis 1927 zum Feuerwehrdienst verpflichtet (Pflichtfeuerwehr). Die erste Übung wurde am 7. Juli 1945 mit 59 verpflichteten Männern abgehalten. 1946 konnte die Gemeinde auf Initiative von Bürgermeister Schober von den Fortuna-Werken in Bad-Cannstatt eine gebrauchte Kraftmotorspritze im Tausch gegen Brennholz aus dem Gemeindewald im Wert von 3500 RM erwerben. Die Spritze ist heute noch funktionstüchtig und einsatzfähig. 1947 wurde die Pflichtfeuerwehr umgewandelt in eine Freiwillige Feuerwehr. Als Kommandant wurde Josef Keuerleber auf zwei Jahre gewählt. 50 Männer nahmen den Feuerwehrdienst auf. Bei Nichterscheinen zu einer angesetzten Übung waren 5 RM als Buße zu zahlen.

 

Wenn die Beschreibungen der seitherigen Abschnitte etwas ausführlicher war, kann ab den 50er Jahren eine straffe chronologische Form gewählt werden, da unserer Generation die Ereignisse noch weitgehend in Erinnerung sind.

1959

Gründung eines Spielmannszuges. Die Ausbildung der 18 Spielleute wird vom Spielmannszug Nürtingen übernommen. Stabführer war Ernst Meier. Darüber hinaus wird am Rathaus ein Schlauchtrocknungsaufzug angebracht.

1962

Im Zusammenhang mit der Erstellung der Turn und Festhalle stellt die Feuerwehr den Antrag, das Gerätehaus im Untergeschoss der Turnhalle einzuplanen. Außerdem war in diesem Jahr das Kreistreffen der Spielmannszüge an der Schule.

1963

Im Rathaus wird in Richtung Friedhofstraße ein Tor eingebaut, um Unterstellmöglichkeiten für ein Löschfahrzeug zu schaffen.

1965

Am 20. Februar 1965 geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das Erste Löschfahrzeug, ein Opel Blitz LF/TS8, wird übergeben. Das Fahrzeug wurde am Ortseingang in Empfang genommen und zu den Klängen des Spielmannszuges an das Rathaus geleitet. Im Beisein von Kreisbrandmeister Kies übergibt Bürgermeister Mayer die Autoschlüssel an den stellvertretenden Kommandanten Ernst Maier.

1966

Am 2. und 3. Juni des Jahres 1966 feiert die Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen ihr 100 jähriges Jubiläum mit dem damit verbundenen Kreis Feuerwehrtag. Der Höhepunkt war ein Festzug mit über 2000 Teilnehmern die durch die geschmückten Straßen zum Festplatz zogen. Musikalisch untermalt wurde das ganze durch die Spielmannszüge und Musikkapellen.

1968

Gründung der Jugenfeuerwehr Wolfschlugen. Auf eine Ausschreibung im Gemeindeblatt und Werbung an der Schule meldeten sich zehn Jungen im Alter von 14 - 16 Jahren. Der damalige Jugendleiter Erwin Hoß verstand es, trotz des schlechten Raumangebots mit aufgelockerten Übungen, Sport, Basteln und einem jährlichen Ausflug die Jugendlichen für den Feuerwehrdienst zu begeistern

1967

In diesem Jahr wurde mit dem erwirtschafteten Gewinn des 100jährigen Jubiläums ein gebrauchter VW Bus gekauft und in Eigenleistung zu einem MTW umgebaut.

1973

Am 22. und 23 September 1973 wird das Feuerwehrgerätehaus in den Winkelwiesen eingeweiht. Die Einweihung war verbunden mit einem Tag der offenen Tür. Zur Schlüsselübergabe kann Bürgermeister Mayer einige namhafte Gäste darunter Landrat Schall, Oberregierungsinspektor Lutz, Kreisbrandmeister Spieth und den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Bürgermeister. Kröner begrüßen. Jetzt kann auch an die Neuanschaffung von zeitgemäßen Löschgeräten gedacht werden, die seither wegen Platzmangel immer zurückgestellt wurden. Ein weiterer Höhepunkt in der Feuerwehrgeschichte Wolfschlugens ist die Gründerversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen Nürtingen, die am 22. Oktober 1973 in der Festhalle Wolfschlugen stattfindet.

Feuerwehrgerätehaus

Feuerwehrgerätehaus

1975

Großbrand im Lager der Fa. Schäfer Etiketten. Es ist der bis dahin größte Brand in Wolfschlugen mit Schäden in Millionenhöhe. 

1976

Um das Alarmierungssystem zu verbessern werden die drei Sirenen zusammengeschlossen. Weiter werden in der Gemeinde 11 Feuermelder installiert.

1977

Als Ersatz für den vom TÜV ausgemusterten VW Mannschaftstransportwagen wird von der Gemeinde ein gebrauchter Ford Transit gekauft, der wiederum in Eigenleistung zu einem MTW umgebaut wird. Im laufe des Jahres wird die stille Alarmierung der Feuerwehr durch den Kauf von zunächst 19 Meldeempfängern eingeführt. Dadurch kann nun bei Benutzung des Notrufs über die Feuerwehrleitstelle Esslingen Alarm ausgelöst werden.

MTW

MTW 

1979

Beim Tag der offenen Tür am 28. und 29. April kann Bürgermeister Emhardt ein Tanklöschfahrzeug der Firma Magirus an Kommandant Bayha übergeben.

1987

Als Ersatzbeschaffung für den Opel Blitz LF8 erhielt die Feuerwehr am 9. Mai 1987 ein neues LF8 TS , ausgerüstet mit Notstromaggregat. Der 22 Jahre alte Opel Blitz wird in Eigenleistung zu einem Schlauchwagen umgebaut.

 1991

 Am 28 Juni 1991 feiert die Freiwillige Feuerwehr Wolfschlugen ihr 125 jähriges Jubiläum mit Festakt, Fahnenweihe und Tag der offenen Tür.

Festschrift

Deckblatt der Festschrift 

1992

Der im Jahr 1977 angeschaffte MTW wurde ausser Dienst gestellt und an die Partnerfeuerwehr Espenhain übergeben wo er noch einige Jahre im Feuerwehrdienst eingesetzt wurde.

1993

Schwerer Chemieunfall bei der Fa. Bröckel bei dem Kresol / Phenolhaltige Farbe ausgelaufen ist.

1994

Großbrand bei der Fa. Schreiber Metallverarbeitung. Es brennen u.a. größere Mengen Magnesiumspäne, welche mit Industriesalz (Straßensalz) gelöscht werden. Ein übergreifen auf mehrere Gastanks und –flaschen konnte verhindert werden.

1996

Es wird ein Mercedes Benz Sprinter als MTW für das bei einem Unfall zerstörte Vorgängerfahrzeug in Dienst genommen.

1997

Von der FF Nürtingen Abt. Reudern kann ein SW 2000 aus Katastrophenschutzbeständen übernommen werden. Das Fahrzeug dient zur Unterstützung des SW 1000 zum Aufbau der Wasserversorgung im schlechtversorgten Industriegebiet und der Aussiedlerhöfe.

1999

Am 2.Weihnachtsfeiertag hinterlasst der Orkan Lothar seine Spuren in Wolfschlugen und es kommt zu mehreren Einsätzen.

2003

Großbrand bei der Fa. BKW, es entsteht Millionenschaden nachdem an einem Prüffeld ein Feuer ausbricht. Ein übergreifen auf Bürogebäude und Lager- und Produktionsbereiche kann verhindert werden.

2004

Als Ersatzbeschaffung für die beiden Schlauchwagen wurde ein Actros von Daimler Chrysler in Eigenleistung zum GW-T umgebaut. Der SW-1000 wurde an die Kirchheimer Oldtimerfreunde abgegeben und wird dort als Werkstattwagen benutzt. Der SW-2000 ging an einen Oldtimerclub nach Hohengehren, und wird dort höchstwahrscheinlich restauriert.

2006

Ein Wohn- und Geschäftshaus brennt völlig aus. Als die Feuerwehr eintrifft, ist kein Innenangriff mehr möglich.

2007

Für das TLF16/25 von 1979 konnte als Ersatzbeschaffung im Juni 2007 ein neues HLF 20/16 auf DC Atego 1529 mit Magirus-Lohr Aufbau übernommen werden.

2008

Nach einer Übergangsfrist in der das TLF und das neue HLF 20/16 gemeinsam im Dienst eingesetzt wurden, wird im Jahr 2008 das TLF16/25 außer Dienst gestellt und an einen Autohändler verkauft. 

Das Jahr des Hochwassers. Ende Mai und Anfang Juni gab es täglich schwere Gewitter mit großen Regenmengen aufgrund dessen die Böden kein Wasser mehr aufnehmen konnten.  Am 2. Juni abends um kurz nach 18 Uhr Gewitter, mit bis zu 76 l/qm innerhalb kürzester Zeit. In der Ortsmitte stand das Wasser über einen halben Meter hoch. Von allen Seiten Schoß das Wasser von den Feldern herein. Insgesamt mussten in dieser Nacht und an den folgenden Tagen über 230 Keller und Tiefgaragen leer gepumpt werden. Teilweise stand das Wasser im Erdgeschoß noch mehr als einen halben Meter. Überlandhilfe wurde aus Nürtingen, Filderstadt-Sielmingen sowie 2 Zuge des THWs aus Neuhausen und Ostfildern angefordert.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 14. Juni 2009 )
 
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